Mittlerweile stammen mehr Patente aus dem Sektor als aus Chemie, Pharma oder Transport, zeigt ein neuer Report der Internationalen Energieagentur.
Die Energiebranche entwickelt sich zunehmend zu einer Innovationsmacht – und zu einem Multi-Billionen-Dollar-Markt. Rund zehn Prozent aller weltweiten Patente stammen mittlerweile aus dem Sektor, mehr als aus Chemie, Pharma oder Transport. Dies geht aus dem neuen Bericht „The State of Energy Innovation 2026“ der Internationalen Energieagentur IEA hervor, der die globale Innovationslandschaft im Energiesektor analysiert.
Im vergangenen Jahr wurden demnach bedeutende technologische Durchbrüche erzielt, etwa bei Perowskit-Solarzellen, Natrium-Ionen-Batterien, moderner Geothermie und Fusionsenergie. Die IEA identifiziert Energiesicherheit als wichtigsten Treiber für diese Innovationen, noch vor Kosteneffizienz oder Emissionsreduktion. Dies unterstreiche den wachsenden Fokus auf technologische Stärke im Inland und die Sicherung kritischer Lieferketten.
Mit 40 Prozent entfiel der Großteil der Energiepatente 2023 auf Batterien, der Anteil dürfte laut IEA 2024 und 2025 weiter gestiegen sein. Bei Lithium-Ionen-Patenten führt China, gefolgt von Südkorea und Japan. Bei Innovationen für Solarzellenmaterialien liegt der Schwerpunkt mittlerweile mit über 70 Prozent auf Perowskit, auch hier dominieren die drei Länder.
Öffentliche Fördergelder können Grundstein für neue Technologien legen
Der Bericht hebt zudem die wichtige Rolle staatlicher Fördermittel hervor. In früheren Jahrzehnten sei mit dieser Unterstützung die Basis für heute etablierte Technologien wie Floating-LNG und Lithium-Ionen-Batterien gelegt worden. Laut IEA übersteigen die wirtschaftlichen Vorteile öffentlicher Investitionen in Forschung und Entwicklung meist deutlich die Kosten, etwa durch Kraftstoffeinsparungen und niedrigere Gerätepreise.
Lücken zwischen staatlicher, institutioneller und Unternehmensfinanzierung könnten derweil durch Venture-Capital-Finanzierung geschlossen werden. Dabei fließt privates Risikokapital vor allem in Start-ups, die innovative Technologien mit hohem Wachstumspotenzial entwickeln. Die IEA beobachtet hier einen Prioritätenwechsel: Während bis 2021 die Elektromobilität dominierte, liegt der Fokus nun stärker auf Bereichen wie CO₂-Abscheidung, Kern- und Fusionsenergie sowie kritischen Mineralien, die essentielle Rohstoffe für zahlreiche der genannten Technologien darstellen.
Mehr zum Thema: Auf die große Bedeutung der Rohstofflieferketten für die weltweite Energiesicherheit ist die IEA bereits in früheren Berichten eingegangen. Mit dem Bergbau-Startup KoBold Metals haben wir derweil über ein Beispiel für eine Venture-Capital-Finanzierung im Bereich kritischer Rohstoffe berichtet: Für dessen von Künstlicher Intelligenz gestützter Explorationsmethode gab es eine halbe Milliarde Dollar von Bill Gates, Jeff Bezos und weiteren namhaften Investoren.
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